
Ich war eingeladen im April für die mittlerweile traditionsreiche
Veranstaltungsreihe Bells Echo in der modernisierten Phillipuskirche in Leipzig-Lindenau
das Lichtrig zu gestalten und zu steuern. Nach anfänglichen Sorgen, dass meine kleine digitale Konsole unzureichend wäre um die vielen Moving lights zu kontrollieren, gewann ich Selbstbewusstsein im Wissen, dass die Musik die an dem Abend von den beiden live acts gespielt wird eher zur Sorte puristischer Ambient gehört und ich mit dem Prinzip weniger ist mehr sehr gut fahren würde und nahm mir daher die Aufgabe an, die beiden acts durch unterschiedliche Farbstimmungen voneinander dramaturgisch zu unterscheiden und den Innenraum der Kirche angemessen mit der Musik folgend sich langsam entwickelten Lichtskulpturen zu inszenieren.


Maria W Horn aus Schweden machte den Anfang und bildete mit ihren von Drone und Stimmeinlagen komponierten Aventgarde Stücken den Unterbau für den dramaturgischen Höhepunkt des Abends, bevor ein Urgestein des Ambient, William Basinski, den ausverkauften Saal und auch mich ins begleitete Träumen schoss mit seinen extrem reduzierten, sich selbst immer weiter aufbrechenden Loops, mit denen er ungewollt den Soundtrack für die Anschläge von 9/11 schuf, den Disintegration Loops, mit denen er auch an diesem Abend die Gewölbe der Kirche erfüllte. Alles in allem eine tolle Erfahrung auch in der Zusammenarbeit mit den OrganisatorInnen von Bells Echo und Swansea.

